| Verhaltensmedizinische
Behandlungsmöglichkeiten
Ein großes Problem ist eigentlich das, was sich jeder Tinnitus-Patient wünscht: neue, hoffnungsvolle Behandlungsverfahren. Doch dies ist höchst problematisch. Zum einen sind die Erfolgsaussichten nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse nicht gerade spektakulär. Zum anderen halten Sie den Patienten von dem ab, was bereits mehrfach angeklungen ist: weg von der Behandlung, hin zur Akzeptierung des Geräuschs und damit zur Tolerierung des Tinnitus. Das ist aber kaum möglich, wenn der Patient in seiner Not auf das illusionäre Ziel "vollständige Beseitigung dieses schrecklichen Ohrgeräusches" fixiert bleibt. Dass nicht alles hilft, was angeboten wird, weiß er selber (z. T. aus schmerzlicher Erfahrung). Aber die Einstellung: "Es kann ja nicht schaden" (wenn man sich auf jedes neue Heilungs-Versprechen wirft), hält ihn letztlich in der unverändert leidvollen Schwebe zwischen Hoffen und Bangen. Und behindert den vielleicht bescheidenen, aber wenigstens realisierbaren Weg der Gewöhnung an das Ohrgeräusch. Deshalb ist das Ziel der meisten Fachkliniken ... Und zum Abschluss Vieles läuft letztlich auf einen Aspekt hinaus, der schon erwähnt wurde, vor allem aber zu Beginn den meisten Patienten weder einleuchtet noch Trost vermittelt, auf Dauer aber doch recht hilfreich ist: Der Tinnitus als Gradmesser der individuellen seelisch-körperlichen Belastungsfähigkeit und Warnhinweis auf Überforderung, dysfunktionalen Kräfteeinsatz und schwindende Reserven. Oder populär und
lebensnah ausgedrückt: Und danach: Konsequenzen ziehen und Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/.../tinnitus.html |
|
|