Tinnitus-Persönlichkeit

Aus dem CompactLehrbuch "Neurosenlehre, Psychotherapeutische und Psychosomatische Medizin":

"Eine sogenannte "Tinnitus-Persönlichkeit" konnte empirisch  n i c h t  verifiziert werden, aber Fichter und Goebel (1996) fanden eine Häufung bestimmter Grundhaltungen bei den von ihnen psychotherapeutisch behandelten Patienten:

  • das Vorliegen eines relativ hohen Kontrollbedürfnisses über das, was mit einem selbst geschieht
  • eine relativ ausgeprägte "Kopfbezogenheit"
  • eine Schwierigkeit, Verletzungen oder Kränkungen auch emotional   und nicht nur über den Kopf zu verarbeiten
  • Perfektionismus in bestimmten Bereichen
  • hohe Verantwortungsbereitschaft
  • Grundhaltung des "Durchhaltenmüssens" sowie
  • einige Typ-A-ähnliche Grundmuster (Leben in innerer Unruhe,  Hektik und unter Zeitdruck)

Zur Ergänzung hier noch das Typ-A-Verhalten:
- Erfolg- und Leistungsdruck
- Konkurrenzdenken
- Ungeduld
- Perfektionismus
- hohes Verantwortungsbewußtsein
- Hektik
- hohe Ziele
- starkes Bedürfnis nach Anerkennung

Zusatz 21.5.2002 aus http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=2044:

Hier ist es Ziel, den aufgrund unangemessener Grund- und Werthaltungen erzeugten inneren "selbstgemachten" Stress durch "kognitiv-emotionale Umstrukturierung" zu vermindern.

Nicht die Ereignisse selbst, sondern die Bewertung, die wir dazu vornehmen, ist für das Weitere relevant.

Der Patient soll idealerweise die Gelassenheit finden, 
Dinge hinzunehmen, 
die er nicht ändern kann;
den Mut finden,
Dinge zu ändern,
die er ändern kann,
und die Weisheit finden,
das eine vom anderen zu unterscheiden!

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Ich habe mich teilweise in der obigen Beschreibung wiedergefunden; und mir haben schon viele Tinnitus-Betroffene gemailt, dass sie viel von oben Genanntem bei sich wiedererkannt haben. - Scheint wohl doch was dran zu sein.

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In der Tat scheint die Mehrzahl der Tinnitus-Erkrankungen auf eine seelisch-körperliche Überforderung, besonders in stressintensivem Kontakt mit anderen Menschen zurückzugehen. Dabei spricht man von einem "mehrdimensionalen Bedingungsgefüge":
  • Oft organischer Schwachpunkt (oder deren mehrere),
  • dazu psychosoziale (meist familiäre, vor allem aber berufliche Überforderung) sowie
  • als Grundlage nicht selten eine entsprechende Persönlichkeitsstruktur oder zumindest nachteilige Strategie der individuellen Konfliktbewältigung.

Dazu kommen ggf. biologische, vor allem aber zentralnervöse Schwachpunkte mit erniedrigter Reizschwelle (unzulängliche Filterfunktion bestimmter Gehirnstrukturen bei gemütsmäßigem Stress?). Und dadurch ein Teufelskreis.

Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net

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Dazu habe ich folgende Seite gefunden:

http://www.grenzenlos-verlag.de/archiv_new/arc_ges_tinnitus1.htm 

Quälende Ohrtöne haben zumeist psychosomatische Ursachen
Bin ich eine Tinnituspersönlichkeit?
Wen und warum trifft der Tinnitus / Thesen einer Betroffenen

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