Das tägliche 10-Minuten-Programm zur Eigenbalance

Aus der Sichtweise der Kinesiologie wird der Mensch als "Triade" (Dreiheit) betrachtet. Die Elemente der Triade sind gleichsam die Säulen, auf denen die menschliche Gesundheit aufgebaut ist. Diese drei Säulen sind:

  • die Struktur (Muskeln, Bänder, Sehnen, Knochen und Gelenke),

  • der Stoffwechsel (alle biochemischen Vorgänge im Körper wie Verwertung und Ausscheidung der Nahrung) und

  • die Psyche (Gedanken und Gefühle).

 

Gesundheit resultiert aus der Harmonie innerhalb der Triade. Harmonie bedeutet somit, dass alle drei Bereiche in ihrer Funktion - wie in einem gleichseitigen Dreieck - gleichberechtigt und gleichwertig sind. Mit den nachfolgenden Übungen können Sie positiv auf diese Harmonie einwirken.

Zur Vorbereitung:

Machen Sie das Übungsprogramm mindestens einmal am Tag. Am besten wäre es, die vier Übungen jeweils morgens und abends zu machen. Nach einiger Zeit werden Sie feststellen, dass Ihnen die Übungen fehlen, wenn Sie sie einmal nicht durchführen.

Wenden Sie das Programm nicht nur zur Gesundheitsvorsorge an, sondern auch, wenn Sie einmal das Zipperlein in Form von Rücken- oder Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Konzentrationsstörungen oder Stimmungsschwankungen plagt. Es kann auch therapeutische Maßnahmen sinnvoll ergänzen.

Suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen und nehmen Sie sich ungefähr zehn Minuten Zeit. Ideal wäre es, die vier Übungen morgens vor dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen zu machen.

Die vier Übungen des 10-Minuten-Programms sind:

 

  1. Emotionalen Stress abbauen - kurz ESA (neue Handlungsfreiheit gewinnen, Stressbelastung reduzieren)

  2. Ohren "anschalten" (geistige und körperliche Fitness, Entspannung)

  3. Überkreuzbewegung mit Summen (Gehirnhälften integrieren: Potential ausschöpfen, Entspannung im strukturellen Bereich)

  4. Thymusdrüse klopfen (Energiefluss in den Meridianen verbessern: allgemeine Erhöhung des Energieniveaus)

Die Reihenfolge der Übungen ist eigentlich unwichtig. Es wäre aber sinnvoll, morgens, wenn Sie noch im Bett liegen, zuerst emotionalen Stress abzubauen. Abends, wenn Sie wieder im Bett sind, führen Sie die ESA-Übung dann als letzte aus.

Für die Überkreuzbewegung gilt: Morgens machen Sie diese Übung als letzte, denn Sie müssen dazu stehen. Abends wäre es sinnvoll, diese Übung an den Anfang zu stellen. Die beiden anderen Übungen können Sie nach Ihrem Belieben entweder im Liegen oder im Stehen machen. Wir halten uns bei der Beschreibung des Programms an die oben angegebene Reihenfolge und beginnen mit dem emotionalen Stressabbau.

 

1. Emotionaler Stressabbau

Für das kurze Übungsprogramm vereinfachen wir den emotionalen Stressabbau.

  • Anwendung morgens: Sie liegen z.B. im Bett, schließen die Augen und halten mit Ihren Fingerspitzen die Stirnbeinhöcker. Das machen Sie solange, wie es Ihnen angenehm ist. Vielleicht entspannen Sie lediglich, ohne dabei an ein Problem zu denken. Vielleicht nützen Sie am Morgen auch die Gelegenheit, eine Stresssituation, die an diesem Tag auf Sie zukommen wird, auf diese Weise zu entschärfen.

  • Anwendung tagsüber: Schließen Sie die Augen, legen Sie eine Hand flach auf die Stirn, die andere Hand in den Nacken. Tun Sie dies einige Minuten, bis Sie sich entspannt fühlen.

  • Anwendung abends: Wenn Sie die ESA-Technik abends anwenden, können Sie ein stressbeladenes Erlebnis des Tages damit verarbeiten. Um den Tagesstress möglichst wirkungsvoll abzubauen, kreisen Sie beim Gedanken an das Problem zusätzlich mit den Augen. Sie denken also an die Stresssituation, berühren weiterhin die Stirnbeinhöcker und kreisen dabei gleichzeitig mit beiden Augen mindestens dreimal im Uhrzeigersinn und dreimal entgegengesetzt.

 

2. Ohren "anschalten"

Bei dieser Übung werden Reflexzonen im Ohr stimuliert, die mit wichtigen Körperfunktionen zusammenhängen. Die Wirkung der Übung ist sehr umfassend: Sie steigert Ihre Aufnahmefähigkeit gegenüber dem, was Sie hören. Gleichzeitig können Sie das Gehörte besser verarbeiten und speichern. Sie erhöht die Konzentrationsfähigkeit (beispielsweise bei der Arbeit am PC). Die Kiefer-, Zungen- und Gesichtsmuskulatur entspannt sich. Die Atmung und der Energiekreislauf verbessern sich.

Massieren Sie beide Ohrmuscheln gleichzeitig. Am besten nehmen Sie dafür die Ohrmuscheln zwischen Daumen und Zeigefinger (Daumen hinter, Zeigefinger vor dem Ohr) und schieben den angewinkelten Zeigefinger auf dem Ohr dabei von innen nach außen. Ziehen Sie die Ohrmuscheln dabei leicht nach außen, als ob Sie sie ausfalten wollten. Bewegen Sie Ihre Hände gleichzeitig aufwärts, dann wieder abwärts, bis die Ohren angenehm warm werden. Ein wohlig entspanntes Gefühl stellt sich ein.

Ihre Ohren können Sie im Liegen, Sitzen oder Stehen "einschalten".

 

3. Überkreuzbewegung mit Summen

Mit der Überkreuzbewegung lösen Sie körperliche Verspannungen und erhöhen durch die Integration der beiden Gehirnhälften Ihre geistige Leistungsfähigkeit. Summen Sie auf jeden Fall dazu. Sie könnten also beispielsweise folgende Übung machen:

Sie stehen aufrecht. Dann führen Sie abwechselnd den rechten Ellbogen zum linken Knie und umgekehrt. Achten Sie darauf, dass sich Knie und Ellbogen gleichzeitig bewegen und aufeinander zukommen. Summen Sie bei dieser und bei allen anderen möglichen Varianten eine Melodie oder singen Sie ein Lied. Kreuzen Sie 20- bis 30 Mal.

 

4. Thymusdrüse klopfen

Die Thymusdrüse liegt in der Mitte der Brust, hinter dem oberen Teil des Brustbeins. Sie ist ein Organ, das alle Säugetiere besitzen. Früher sprach die Medizin dieser Drüse beim Menschen jede Funktion ab. Inzwischen ist es jedoch gesichert, dass sie bei der Immunabwehr im Körper eine wichtige Rolle spielt.

In der Kinesiologie gilt die Thymusdrüse als Steuerungszentrale für den Energiefluss in den Meridianen. Durch die Klopftechnik soll bei dieser Übung der Energiefluss in den Meridianen verbessert werden. Sie können liegen, sitzen oder stehen. Schließen Sie die rechte oder linke Hand locker zur Faust und klopfen etwa fünf Zentimeter unterhalb der Stelle, an der Sie das Schlüsselbein ertasten (unterhalb des Halses), auf Ihr Brustbein. 

Klopfen Sie die Thymusdrüse so lange und so stark, wie es Ihnen angenehm ist (in der Regel aber nicht öfter als fünf bis zehnmal). Vielleicht merken Sie nach einigem Klopfen, dass Sie tief Luft holen müssen. Das ist meist ein Zeichen körperlicher Entspannung, also von Stressabbau.

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