Schlafprobleme bei Tinnitus (und allgemein)

Am 27.1.02 im Live-Forum kam raus, dass die meisten T.-Leute wohl Schlafprobleme haben.

Hier meine Gedanken dazu:

Im Schlafzimmer ist es meist stiller als tagsüber, die Ohrgeräusche können durch die Umweltgeräusche nicht mehr maskiert werden.

Abhilfe schafft hier leise angenehme Musik, ein Noiser oder ein Rauschen (z. B. Radio zwischen zwei Sendern einstellen).

Mir hat am besten besprochene Entspannungsmusik geholfen, weil ich mich hier auf die Stimme konzentriert habe und nicht auf den Tinnitus (z. B. die T.-Regulations-CD's von Svoboda / Stein).

Wenn ich meinen Tinnitus mal abends lauter wahrnehme, kann ich trotzdem gut einschlafen, weil ich dann meinen Tinnitus wie ein Außengeräusch betrachte, dass ich nicht abstellen kann. Und was ich nicht ändern kann, darüber rege ich mich schon länger nicht mehr auf, denn das bringt nur noch mehr Ärger ein.

Wenn man nicht einschlafen kann, weil einem die Grübelgedanken durch den Kopf gehen, dann kann man das abstellen, indem man lernt, das Bett "zur problemfreien Zone" zu machen.

Ich habe immer einen Zettel mit Schreiber am Bett, falls mir noch etwas einfällt. Dann schreibe ich es auf und kann es bis zum nächsten Morgen loslassen, muss nicht denken: "Das darf ich nicht vergessen."

Die Indianer sagen, dass der Schlaf der kleine Bruder des Todes ist. Beim Einschlafen müssen wir loslassen, die Kontrolle aufgeben, wo wir wieder bei der Tinnitus-Persönlichkeit wären.

Am besten man hält sich an einen immer gleichen Ablauf, sozusagen ein Schlafritual, sorgt für eine gute Einschlafumgebung, evtl. für ein warmes Kornkissen gegen kalte Füße ;-) und lässt den Tag am besten schon im Bad los.

Forscher haben gerade entdeckt, das s man am besten einschläft, wenn man sich Landschaftsbilder vorstellt: "Die Konzentration auf eine schöne Szene beansprucht mehr Gehirnzellen als schmutzige Schafe zu zählen".

Also am besten eine Entspannungsmethode wie AT oder PMR anwenden und anschließend Landschaftsbilder vorstellen oder Phantasiereisen machen, falls man wie ich nicht schon bei der Wärmeübung vom AT eingeschlafen ist.

Viele bleiben auch wach, bis sie ganz müde sind. Das geht wohl, wenn morgens nicht der Wecker klingelt. Seitdem es mir besser geht, muss ich mich zwingen, ins Bett zu gehen.

Aber spätestens beim Lesen eines Buches mit kurzen Kapiteln im Bett werde ich müde. Gestern wurden zum Lesen "müde Bücher" empfohlen. Ich nehme an, dass damit andere Bücher als Krimis oder Lehrbücher gemeint sind.

Wenn man mit der Erwartung ins Bett geht, wieder nicht einschlafen zu können oder nachts lange wachzuliegen, ist der ganze Körper wahrscheinlich schon so angespannt, dass es so kommen muss.

Als letzter Gedanke dazu von mir:
Als Kinder haben wir das Zubettgehen oft als Strafe empfunden. Wenn wir uns so umprogrammieren können, dass wir gerne in unser kuschliges Bett gehen, ist m. E. auch schon sehr viel gewonnen.

 

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