| Das Wort "Schlaf" ist altgermanischen
Ursprungs. "Schlafen" bedeutet ursprünglich "schlapp
werden" und ist mit dem Eigenschaftswort "schlaff"
verwandt.
Für die Germanen waren Schlaf und Tod Geschwister, beide wurden als "Sandmann" ("Sendbote") bezeichnet. Der Schlaf ist als aktiver Erholungsvorgang der Stoffwechselvorgänge im Gehirn anzusehen. Er tritt in Phasen auf und wird durch das Schlafzentrum kontrolliert. Das Bewusstsein ist während des Schlafen gemindert,
man ist aber jederzeit durch Reize erweckbar. Das vegetative
Nervensystem wird umgestellt auf: Durch die Elektroenzephalographie kann man die im Gehirn entstehenden Ströme aufzeichnen. Im Wachzustand herrschen Beta- und Alphawellen, im Schlaf hingegen Deltawellen mit hohen Amplituden vor. Der normale Schlaf zeigt ein typisches Profil mit 5 ausgeprägten, zyklischen Schlafstadien.
Der Mensch verschläft ca. ein Drittel seiner Lebenszeit. Dabei ist das Schlafbedürfnis sehr unterschiedlich. Um tagsüber voll leistungsfähig zu sein, benötigt jemand acht Stunden Schlaf, ein anderer gleichaltriger nur vier Stunden. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu Änderungen des Schlafprofils. Gesamtschlafdauer, Schlaftiefe und Anteil des REM-Schlafes nehmen ab. Ursachen
* Auch Genussmittel wie Kaffee, schwarzer Tee und Cola-Getränke können zu Schlafstörungen führen. Außerdem Schlafstörungen ohne erkennbare Ursache oder nicht nachgewiesener Ursache (idiopathische Insomnie). Regulationsstörungen u. a. im Bereich der Neurotransmitter Serotonin, Acetylcholin und GABA eine Rolle. Psychologische Faktoren wie Konditionierungsprozesse und "fehlgelerntes" Verhalten sind ebenfalls von Bedeutung. Insbesondere bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus spielen berufliche und psychosoziale Faktoren (Schichtarbeit, wiederholtes Reisen über Zeitzonen hinweg ("Jet lag") sowie verhaltensbezogene Ursachen (z. B. zu frühes Zubettgehen alter Menschen, nächtliche Vergnügungen, Lebensrhythmus) eine Rolle. Typen
Insomnien (oder Hyposomnien) Häufigste Schlafstörung.
(auch kombiniert) Fast immer entwickelt sich ein Fixiertsein auf das Schlafen-Können sowie eine Angst vor Schlaflosigkeit. Dies führt zu einem Circulus vitiosus: Der ansonsten "automatisch-natürlich" ablaufende Biorhythmus des Vegetativums verändert sich durch die ständige Beschäftigung mit der potentiellen Gestörtheit des Schlafes. Die Patienten legen sich typischerweise mit erhöhter Anspannung und besorgter Ängstlichkeit zu Bett, grübeln über persönliche Probleme und versuchen zudem häufig, ihren Zustand durch Einnahme von Medikamenten oder Alkohol günstig zu beeinflussen. Tagsüber fühlen sie sich dann psychisch und körperlich matt, klagen über verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie über Irritierbarkeit und Reizbarkeit, sind dysphorisch-verstimmt. Hypersomnie Hypersomnie äußert sich als exzessive Schläfrigkeit während des Tages und in Schlafanfällen, die nicht durch eine unzureichende Schlafdauer erklärbar sind. Die Patienten haben die Neigung, zu unangemessener Zeit einzuschlafen, wobei nicht selten ein Zusammenhang mit bestimmten unangenehmen Erlebnissen besteht. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus Die Umkehr des Nacht-Tag-Rhythmus führt zu Klagen über Schlaflosigkeit während der üblichen Schlafperiode und Hypersomnie während der Wachperiode. Die Betroffenen sind deutlich erschöpft und in ihrer sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter und Personen mit häufigen Fernreisen über Zeitzonen hinweg. Fragen zur Diagnostik
Dauern die Schlafstörungen an, sollte ein Allgemeinmediziner aufgesucht werden. Da ein großer Teil der Schlafstörungen psychoreaktiv-situativ und/oder organisch bedingt ist, muss besonderes Augenmerk auf diese Faktoren gerichtet werden. Dies bedeutet unter anderem, dass im Zweifelsfall vom Arzt auch die private und berufliche Lebenssituation eruiert werden muss. Es hat sich bewährt, den Patienten einen Schlaffragebogen ausfüllen sowie ein "Schlaftagebuch" führen zu lassen. Besonders bei Verdacht auf organisch bedingte Insomnien oder bei chronischen und schweren Schlafstörungen empfiehlt sich die Vorstellung in einer Schlafambulanz / einem Schlaflabor. TherapieSchlafstörungen, die durch andere Erkrankungen bedingt sind, lassen sich in der Regel bei Behandlung der Grunderkrankung beseitigen. Nach dem Ausschluss organisch-symptomatischer Ursachen und psychiatrischer Erkrankungen:
Zu den psychotherapeutischen Maßnahmen zählen Entspannungsverfahren (Einschlafstörungen sind häufig "Abschaltstörungen") sowie unter anderem folgende Verhaltensregeln:
Hypnotika als Schlafmittel sind verschreibungspflichtig. Die Einnahme sollte nur zeitlich befristet sein (2 - 4 Wochen) und nur bei Bedarf erfolgen, weil die Gefahr der Gewöhnung bis Abhängigkeit besteht. Dabei ist besonders auf eine mögliche Tagesrestwirkung ("hang over") zu achten (Substanzen mit langer Halbwertzeit). Hypnotika sollen nur langsam abgesetzt werden, sonst kann es zu einer Entzugssomnie kommen. Zunächst kann ein Behandlungsversuch mit einem Phytotherapeutikum gemacht werden.
Welche den Vorteil eines geringen Behandlungsrisikos besitzen. Bei Johanniskrautpräparaten wirkt der Inhaltsstoff Hypericin photosensibilisierend. Um kosmetisch störende Hautverfärbungen zu vermeiden, sollten Sonnenbäder und Solarien gemieden werden. Exakte Untersuchungen hinsichtlich chronischer Toxizität liegen bisher nicht vor, so dass die Unbedenklichkeit bei längerfristiger Einnahme zumindest fraglich ist.
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