Bericht über meinen Reha-Aufenthalt in Bad Grönenbach:

Am 20.11.2001 wurde ich in der "Klinik am Stiftsberg" wegen meines Morbus Meniere´s aufgenommen. Ich bezog ein Einzelzimmer mit Balkon, TV und Kühlschrank. Ich verbrachte 6 erholsame Wochen und reiste am 1.1.2002 wieder ab. Diese Klinik war vormals ein 4 Sterne Hotel und ist sehr schön gelegen im Allgäu zwischen Memmingen und Kempten.

Aus med. Sicht muss jedoch vorneweg gesagt werden, dass es Heilung in jeglicher Hinsicht nicht gibt. Das gilt für Tinnitus genauso wie mit Morbus Meniere. Ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik bedeutet, dass man mit seiner Erkrankung und ihren Auswirkungen besser umzugehen lernt. Manche Betroffene reisten hinsichtlich dieser Erwartungen an, die dann sehr enttäuscht waren, dass sie hier nicht wieder als gesund und geheilt entlassen werden konnten.

Hier ein Link zur Klinik:
http://www.klinik-am-stiftsberg.de/

Medizinische Untersuchungen:
Hörtests mit Piepstönen und Sprache, Blutabnahme, Urinabnahme, Gleichgewichtstests, Ruhe-EKG, Tinnitusfragebogen am PC.

Anwendungen:
Einzelgleichgewichtsübungen, Physikalische Therapie (Schenkelguss, Armguss, Luftsprudelbad...), Einzelkrankengymnastik (HWS-Massage), Fitnesstraining im Wasser, Gruppengymnastik Rückenschule, Ergometertraining, Krafttraining, Walking, Wandern 3 Std, Reduktionsgruppe, Einzelsozialberatung, PMR-Entspannungstraining, Basisgruppe (Schwerhörige), Basisgruppe (Tinnitus), Trampolinspringen, Ernährungsberatung, Kommunikationstaktik Gruppe, Tinnitus-Aktiv-Gruppe,  Sport, Biofeedback-Zimmer.

Vorträge:
Rückenschule Wirbelsäule, PMR-Einführung, Hörgeräteakkustiker, Vorträge über Tinnitus und Morbus Meniere, Anatomie des Ohres und Funktion des Hörens. Verpflegung:

Früh: Buffet mit Semmeln, Brot, Wurst, Käse ...
Mittag: Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch, (je nach Saison)
Abend: meistens Abendbrot oder Suppe.
#sehr gutes Essen !!!

Belegschaft und Personal:
sehr nett und sehr gut ausgebildet, können zumeist auch Gebärdensprache.

Sonstige Einrichtung:
Schwimmbad mit Saunabereich kostenlos, Solarium 2,50 DM/10 min., Ski-Verleih 5 DM/Tag, Cafe im Hause

Fazit:
Mir persönlich hat dieser Aufenthalt sehr gut getan.
Dabei waren die neuesten med. Erkenntnisse für mich kaum neu, da ich sehr gut aufgeklärt bin und ich schon knapp 10 Jahre Erfahrung mit dem MM habe. Der Austausch mit den anderen Patienten war für mich am hilfreichsten und wertvollsten zugleich. Mit Leuten zusammen zu kommen, die dieselbe Krankheit haben und die einen vollauf verstehen und wissen um was es geht, wie man sich fühlt usw., das war für mich wie Urlaub, die schönste Zeit seit vielen Jahren.

Ich kann diese Klinik nur empfehlen, und ich werde auf jeden Fall wieder dorthin gehen.

Gruss Thorsten, 24j. seit knapp 10 Jahren MM bds.

 

 Antworten von Thorsten zu Rückfragen zum Bericht:

> gab es besondere Ernähungstipps bei MM?

Es wurde eine fettarme, salzarme Ernährung empfohlen. Die Ernährungsberaterin schlug eine cholesterinarme Kost vor, und gab uns den Tipp, so bunt wie möglich zu essen.

> Haben MM-Betroffene das Trampolin-Springen überhaupt 
> mitmachen können?

Beim Trampolinspringen habe ich auch teilgenommen, obwohl ich es mir selber als MM`ler niemals vorstellen konnte, auf einem Trampolin zu stehen.

Es klappte wunderbar. Die Therapeutin, die das Trampolinspringen leitet, ist sehr einfühlsam und überfordert auch keinen. Man erreicht mit kleinen Schritten immer mehr und man kann sehr stolz auf sich sein. Ist gut fürs Selbstvertauen.

> Hatten die da ein normales Trampolin oder eins, 
> das weicher gefedert war?

Die haben ein großes Turniertrampolin (ca. 2.5m x 6m).
Die Sprungfläche ist geflochten, also kein Tuch.

Zum Seitenanfang                  zurück zur Übersicht Berichte

Zurück ] Nach oben ]

 

Mut-mach-Berichte ] Erfahrungsberichte ] Tinnitus-Verschlechterung durch Erkältung ] Symposium ] Bericht über einen Kuraufenthalt ] [ Reha-Aufenthalt bei Morbus Meniére ]