Gedankenhygiene

Als Antwort auf eine Mail vom 23.1.2002 betr. Hörhygiene
im DTL-Forum:

Hallo lieber Hans!

> wie schön, dass ich dem Ausdruck "Hörhygiene" begegne. 
> Er wurde vor Jahren von mir geprägt, und zwar als Hinweis 
> an die Gesundheitsapostel ...

Den Begriff "Gedankenhygiene" habe ich nicht geprägt,
wende sie aber tagtäglich an.

Immer wenn mal wieder negative Gedanken hochkommen
(tappe leider manchmal immer noch in alte Stolper-
fallen - nicht immer, aber immer weniger),
mache ich folgendes:

Zu 99 % scheuche ich sie weg. Ich kenne sie noch
gut von früher und weiß, dass sie mir oft nur
schlechte Dienste geleistet haben, zumal ich mir deshalb
auch zahlreiche Krankheiten eingeheimst hatte.

Zu 1 % nehme ich sie "ernst" und mache aus den Sorgen
Vorsorge-Vorbereitungen:

Wenn z. B. der Gedanke "Wie willst Du das alles
schaffen?" hochkommt, kommt ja auch alles hoch,
was noch zu erledigen ist. Da waren z. B. vor-
gestern die Ausfuhrpapiere, die noch fertig zu
machen waren. Allerdings waren meine diesbe-
züglichen Rückfragen vom Zollamt, wo ein anderer
Mitarbeiter persönlich nachfragen sollte, noch nicht
geklärt.

Also habe ich Druck gemacht, dass er nun endlich
zum Zollamt fährt. Gleichzeitig habe ich die Papiere
- so gut es ging - vorbereitet.

Für die anderen Arbeiten, die noch zu erledigen waren,
habe ich mir gesagt: Du hast alle Zeit der Welt und
sicherlich genug, um alles so zu schaffen, dass auch
noch genügend Zeit zum Entspannen übrig bleibt. Dann
wurde ich bereits wesentlich ruhiger und in der Ruhe
liegt die Kraft.

So habe ich viel mehr Energie (und auch Tinnitus-
Bewältigungskraft) als früher als "Negativ-Denker".

Ich könnte natürlich auch relativ untätig herum-
sitzen und à la Murphy "Werde reich und glücklich"
nur beten und mich dann wundern, warum es nicht
eintrifft. Allein schon, wenn ich einen Denk- und
Glaubenssatz (unbewusst) mit mir herumschleppe:
"Reich macht unglücklich", werde ich sicherlich
nicht reich werden.

Außerdem muss man natürlich auch Kenntnisse und
Fähigkeiten erwerben* und nicht darauf hoffen, dass
einem alles in den Schoss fällt.

* (Wenn man das dann gemacht hat und die unbewussten
negativen Glaubenssätze aufgelöst hat, kann man dann
wieder anfangen, à la Murphy zu beten. - Das wird dann
aber nicht mehr nötig sein.) ;-)))

Die beste Methode, negative Gedanken nicht aufkommen
zu lassen, ist übrigens: Alles bewusst machen. Mit
dem Bewusstsein ganz bei dieser einen Sache sein
und sei es Fensterputzen. Das muss man üben, üben, üben ...

Aber man merkt sehr schnell, dass es sich lohnt.
Man fühlt sich viel besser, die Schlüssel brauchen
nicht mehr gesucht zu werden, man hört wirklich zu,
man genießt den Spaziergang und und und ...

(Mal wieder ein langes Wort zum Werktag von Ute. ;-))

Viele liebe Grüße an alle!
Ute

PS: Das sollte nichts gegen das Beten sein.
Das "Vater unser" und mein Lieblingspsalm
(der 23.) "Der Herr ist mein Hirte" z. B. sind ganz
mächtige Gebete, die einem sehr viel Kraft
geben können.

nach oben

 

nach oben

Zurück ] Nach oben ] Weiter ]

Nach oben ] Stress und Tinnitus ] Stressbewältigungskonzepte ] Stress im Alltag lässt sich einfach überlisten ] Kines. Stressabbau ] Klassische Musik ] Entspannung ] Relax-Tipps ] Relax-Rezepte ] Stressvorbeugung durch Kommunikation ] Ballast weg ] "Virenwarnung" ] [ Gedankenhygiene ] "Mein" Stressbewältigungstipp ] "Kurzurlaub gegen den Stress" ] Entspannen durch tiefes Atmen ] Stress im Job ] Autogenes Training ] Streßbewältigung und Balancing ] Kurzentspannung ] Lachen ist gesund ] Abschalten - auch mit Tinnitus ] Isometrische Übungen ] ABC der Gefühle ] Nervenkraft essen ] The Work ] Zeitmanagement der besonderen Art ] TKK-Broschüre ] Gezielt weghören ] Schnellentspannung ] Faulheit macht glücklich ] Weitere Präsentationen - humorvoll bis deftig ] Lachen ist das beste Gegenmittel gegen die Zeit ]