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Die Frage, ob man trotz Tinnitus fliegen sollte, wird weltweit von allen Experten bejaht, es sei denn, es liegt ein entzündlicher Prozess wie z. B. eine Mittelohrentzündung vor. Viele Tinnitus-Betroffene finden das Motorengeräusch beruhigend und der Flug hatte keine Auswirkungen auf den Tinnitus. Wem allgemein das Motorengeräusch auf die Nerven geht, sollte sich um einen ruhigen Platz bemühen (im Reisebüro reservieren lassen), und sich im Flugzeug Kopfhörer kaufen und dort Musik hören oder Fernseh schauen. Bei Start und Landung sind eigene CD-Player / Walkman nicht erlaubt, aber während des Fluges. Manche nehmen Ohrstöpsel, dabei ist aber zu bedenken, dass bei Start und Landung für den reibungslosen Druckausgleich (zwischen Mittelohr und äußerem Ohr) eine gute Belüftung des Ohres wichtig ist. Das gilt sowohl für den äußeren Gehörgang wie für die Eustach'sche Röhre (Ohrtrompete). Siehe hierzu auch www.earplanes.de. Schon Erkältungen und Schwellungen in diesem Bereich können sich allgemein nachteilig auswirken. Eine Flugreise sollte mit einen starken Infekt der oberen Luftwege (z. B. extremer Schnupfen) nur unter vorheriger Anwendung von abschwellenden Nasentropfen oder Nasensprays begonnen werden. Die Sprayanwendung sollte beim Verlassen der Flughöhe vor der Landung wiederholt werden.* Auch ohne Infekt sollte der Tinnituspatient beim Fliegen auf eine gute Durchgängigkeit der Eustach´schen Röhre (Ohrtrompete) bei Start und Landung achten (z.B. Kaugummi kauen, Nase zuhalten und vorsichtiges Aufblasen der Wangen). Generell hat das Fliegen nicht mehr Einfluss auf den Tinnitus als das Autofahren. Wer dort eine Lautheitszunahme erlebt, kann das auch beim Fliegen erleben. Dieser Effekt ist dann aber auch nicht von Dauer. Ansonsten gilt alles das, was auch am Boden den Tinnitus verstärkt. Viele HNO-Ärzte sagen, dass eine Verschlechterung von Tinnitus oder Hyperakusis nahezu ausgeschlossen ist. Wenn man sicher gehen will, benutzt man vor dem Start und kurz vor der Landung abschwellende Nasentropfen. Wer einen frischen Hörsturz, ein Lärm- oder Knalltrauma innerhalb der letzten (vier?) Wochen hatte, sollte seine Ohren möglichst schonen und deshalb vorsichtshalber den HNO-Arzt fragen. Vorsichtshalber sollte man nur mit Nackenkissen schlafen, damit Durchblutungsstörungen oder anormale Kopfhaltungen vermieden werden. Auf Langstreckenflügen auch an die Thrombosegefahr denken, durch bestimmte Gymnastikübungen kann man vorbeugen. * Auch an einen evtl. Schnupfen im Urlaub denken! Den holt sich mancher durch die Klimatisierung im Flugzeug. |
Neu 5.11.2002:
http://www.forum-tinnitus.de/inhalt/news/hoersturz.htm
Hörsturz und Tinnitus bei Landeanflügen (von Prof.
Hüttenbrick)
Zur Malaria-Prophylaxe gibt es einen fast dreiseitigen Artikel im Tinnitus-Forum 2/2002! http://www.tinnitus-liga.de/zeitschr.htm Zur Thrombosegefahr und -vorbeugung siehe auch: http://www.tropenmedizin.de/news.htm |