Es sind nicht die Dinge,
die uns beunruhigen,
sondern unsere Einstellung dazu.
(Epiktet)

Vielleicht hilft es uns, uns selbst zu beobachten und uns dabei zu ertappen, wie wir Situationen negativ bewerten, die andere zumindest neutral bewerten würden. Dann Reaktionen wie Angst, Ärger oder Sorgen schaden uns nur selbst.

Das ABC der Gefühle

A: Situation, die wir gerade erleben oder uns im Geiste ausmalen

B: Bewertung der Situation anhand unserer gespeicherten Erfahrungen als positiv, negativ oder neutral für uns

C: Gefühle und unser Verhalten in der betreffenden Situation

1. 
    -> 
    -> 

B
C
= Situation 
= Bewertung: positiv (gut, richtig, keine Gefahr) 
= Gefühl: positiv (Freude, Liebe)
2. 
    -> 
    -> 

B
C
= Situation 
= Bewertung: neutral (weder gut noch schlecht, normal) 
= Gefühl: neutral (Ruhe, Zufriedenheit)
3. 
    -> 
    -> 

B
C
= Situation
= Bewertung: negativ (schlimm, Gefahr)
= negativ (Angst, Ärger, Depression)

Der Mensch funktioniert, außer wenn es sich um Reflexe oder angeborene Reaktionsweisen handelt, die jeder Mensch zeigt, immer nach diesem Prinzip. Eine Handlung und eine Gefühlsreaktion erfolgen erst, nachdem dieser die Situation in der Auswirkung auf seine Person blitzschnell aufgrund eines Vergleichs mit seiner früheren Erfahrung und seinem angelesenen Wissen bewertet hat. Diese innere Bewertung oder anders ausgedrückt, dieses innere Selbstgespräch, ist uns meist nicht mehr bewusst, sondern erfolgt automatisch. Statt zu sagen: "Die Situation macht mir Angst" müssen wir uns richtigerweise sagen: "Ich mache mir Angst vor der Situation".

Wieder mal sind es unsere gespeicherten negativen Erfahrungen, die uns oft auch unbewusst sind, die uns das Leben oft unnötig schwer machen. Hier wird so viel Energie gebunden, die wir eigentlich gut für positivere Dinge gebrauchen könnten.

Aber selbst, wenn wir die Situation negativ bewerten, sollten wir aufpassen, uns nicht von den negativen Gefühlen auffressen zu lassen.

Es gibt sicherlich noch sehr viel Positives in unserem Leben, was wir oft aber in den negativen Gefühlen gefangen gehalten, nicht sehen.

Mein Tipp:
Im Hier und Jetzt leben.

Das heißt:
In Gedanken voll bei der Sache sein, die man gerade tut, egal, ob es Kartoffel schälen oder ein Gespräch ist. So leben wir viel bewusster und die negativen Gefühle können uns nicht auffressen und unseren Körper schaden.

Auch die Umwelt reagiert viel besser auf uns. Wenn ich durch Sorgen gereizt war, waren auch meine Kinder sehr gereizt. Ein netter Teufelskreis.

Entspannung und Angst können nicht gleichzeitig existieren. Wer schon vor dem Auftreten von Problemen das Autogene Training, Progressive Muskelentspannung o. ä. gelernt hat und auch anwendet, ist sicherlich besser dran und der Körper freut sich über jede Entspannung.

Bis man so weit ist, dass man trotz Problemen, Kummer und Sorgen trotzdem innere Ruhe und Gelassenheit bewahren kann, ist kein leichter, aber ein sehr erstrebenswerter Weg.

Aber Probleme, Kummer und sorgen nicht verdrängen, sondern möglichst viel ändern.

Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.


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Mir hilft es auch sehr, wenn ich mir ausmale, was im schlimmsten Fall passieren kann.

Denn das macht man sowieso in solchen Fällen, malt es aber meistens noch viel schwärzer als es ist - ohne den Fall konkret durchgespielt zu haben. Und da beruhigt einem das fast, was eigentlich im schlimmsten Fall eintreten kann.

Einfach mal ausprobieren.

Ein Freund z. B. hatte fürchterliche Angst vorm Konkurs. Haus und Hof, alles war weg. Wenn man ihn heute - 2 Jahre später - trifft, sagt er einem, dass das zwar eine schlimme Zeit war. Aber dass er jetzt, wo er angestellt ist, wesentlich mehr Freizeit als vorher hat und im Grunde nicht viel weniger Geld, weil er jetzt auch nicht mehr so viel ausgibt.

Er lebte schon vorher von seiner Frau und den vier Kindern getrennt. Sie waren total verwöhnt. Immer die neusten Klamotten usw. Ich glaube, jetzt mit weniger Geld, sind sie fürs Leben viel besser vorbereitet als die verwöhnten Gören, die sie mal waren.

Schicksal (SAL = Heil) = geschicktes Heil.

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Siehe auch:

www.doriswolf.de 

www.palverlag.de 

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