- zwei, die sich nicht mögen.

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Ohrgeräusche nach meist viralen Entzündungen im Nasen- und Nasenrachenbereich sind recht häufig.

Wenn das Hörvermögen normal geblieben ist - das stellt der HNO-Arzt bei Messungen fest - sollte man das Ohr in Ruhe lassen und ohne Hektik abwarten.

In der Regel bildet sich das Geräusch nach 3 bis 6 Wochen zurück.

"Das Ungünstigste ist es, wenn man in einen Therapiewahn verfällt und von einer Stelle zur anderen rennt. Durch die dauernde Vergewisserung des Tinnitus wird er nur schlimmer."

Gem. Dr. Pilgram im Siemens-Forum

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Anwort im DTL-Forum von Friedemann Oertel (von ihm erweitert) auf die
Frage, warum sich der Tinnitus nach einer Erkältung verschlechtert hat:
 
Der Tinnitus (und seine ENTSTEHUNGSursache - bei Dir vermutlich wiederholte Mittelohrentzündungen) ist nur eine Sache, die nervlich von den meisten normalerweise genauso verkraftet (kompensiert) und gefiltert werden, wie Atem- oder Schluckgeräusche. Mir ist noch niemand bekannt, der sich deswegen behandeln ließ.
 
In Zeiten einer Infektion kann Deine Fähigkeit, mit dem Tinnitus fertig zu werden, verringert sein.
 
Bei wiederholten zusätzlichen Belastungen, auch anderer Art, erschöpft sich diese Fähigkeit vielleicht irgendwann einmal über längere Zeit.
 
Eine andere Sache ist also, wenn die Kompensation dann gar nicht mehr funktioniert. Dann ist aus dem eigentlich lächerlich unbedeutendem Geräusch eine mehr oder weniger gut zu verkraftende, psychische Belastung geworden, die (und nicht der Tinnitus) ist dann von tinnituserfahrenen Psychofachleuten zu behandeln.
 
Infusionen beim HNO oder irgendwelche durchblutungsfördernde Mittel bringen dann absolut gar nichts mehr. Dazu gibt es genügend Studien.
(siehe z. B. als Word-Dokument http://home.t-online.de/home/stoennies/metaanalyse.doc
oder  als PDF-Datei: http://home.t-online.de/home/stoennies/metaanalyse.pdf).

Es ist dann nicht das ursprüngliche Geräusch, was dich belastet, sondern die infektionsbedingte Schwächung der physischen - und oft auch der psychischen - Konstitution, wodurch das im Gehirn bereits vorhandene Tinnitusprogramm wieder leichter abgerufen und in den Vordergrund gerückt wird.

Dieses Programm (und die Tinnituslautstärke) sollte dann bei Rückgang der Infektion wieder abgelegt und zurückgedrängt werden. Die (Aus-)Filterfunktion des Hirns funktioniert wieder.
 
> Kann man vielleicht ein Durchblutungsmedikament während einer
> Grippe nehmen, um irgendwie was zu verhindern?
> Wer hat Erfahrungen damit?
 
Siehe oben. Keine Wirkung, nur Beruhigung des Patienten. Aber auch Beruhigung kann positive (Placebo-)Wirkung haben, ebenso wie ein überzeugend wirkender Arzt den Glauben an die Selbstheilung und damit Deine eigenen Selbstheilungskräfte enorm fördern kann. Auch das ist wichtig.
 
Gerade deshalb (aus der Unsicherheit bezüglich der Wirkung mancher Therapie) fordert man ja bei einer Behandlungsmethode ja Doppel-Blindstudien bei ANDEREN Ärzten, die ebenso wie die Patienten nicht wissen, ob sie nun ein wirksames Medikament oder ein Placebo erhalten.
 
 
Ich will die Zusammenhänge noch mal mit einer Analogie von 2 Fällen a und b verdeutlichen:
 
1. Ursprünglicher Auslöser:
 
a) Durch chronische Infektionen entsteht einen neuer (=akuter) Tinnitus. Dadurch wird im Hirn das nach spätestens 1/2 Jahr (chron.) Tinnitusprogramm ausgelöst (Dies verstärkt den T. bei Belastung).

b) Ein Hammer fällt auf den Boden. Das erzeugt einen Funken.

2. Folge:

a) Durch neue, weitere belastende Faktoren (Infektion, Niedergeschlagenheit, Überforderung, ...) wird das Tinnitusprogramm im Hirn wieder hervorgekramt, was nicht das Geräusch, sondern die EMPFINDUNG und BEWERTUNG des Geräusches unangenehm verstärkt. Der Tinni wird wieder mal lauter (empfunden), obwohl die Stärke des Nervensignals von Ohr zum Hirn erst mal nicht ändert!

b) Im gleichen Raum mit dem Hammer befinden sich leicht entzündliche Benzindämpfe. Mit dem Funken, den der aufschlagende Hammer erzeugt, kommt es zu einer großen, folgenschweren Explosion.


Was tun, ist nun die Frage! Vermeidung ja - aber wie?

Kein Mensch käme auf die Idee, im Fall (b) alle Hämmer zu verbieten (oder, um den 11. September zu sehen, alle Tapetenmesser). Es kommt vielmehr darauf an, entzündliche Gasdämpfe zu vermeiden (bzw. dem Terrorismus den Boden zu entziehen).

Genauso ist es im Fall (a): Infektionen vermeiden durch gesundes Leben, nicht überstressen u.s.w. sollten das Neuausbrechen des Tinnitusprogrammes verhindern.

Wenn dann das körpereigene Kompensationsprogramm immer weniger funktioniert oder gar versagt, ist über seine Stärkung und über Hilfen nachzudenken, die Dich wieder in die Lage versetzen, den T. zu kompensieren.

Das hat nichts mit der weitverbreiteten Klappsmühlen-Vorstellung oder der Psychoecke zu tun, sondern mit praktischen Ratschlägen und erlernbaren Techniken (progressive Muskelentspannung = PMR, autogenes Training = AT u. a.), auch mit einer anderen Sicht und Bewertung der Dinge.

Es handelt sich hier bei der Behandlung in der Regel um einen Verhaltens- oder Gesprächstherapie, bei der evtl. bei schwereren Fällen auch Medikamente eingesetzt werden, wenn unbewusste Ängste oder Depressionen den Patienten beherrschen.

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