Stressvorbeugung durch Vermeidung von Du-Botschaften

   "Du hast ..."
   "Du bist ..."
   "Du kannst ..."
   usw.
 
Viele Menschen fühlen sich durch derartige Äußerungen festgelegt, in eine bestimmte Ecke gestellt, ganz einseitig gesehen. Sie haben u. U. auch den Eindruck: Da will jemand besser über mich Bescheid wissen, als ich es selber kann. Oft stellt sich auch das Gefühl ein, dass hinter solch einer Aussage noch mehr steckt!

Eine besonders negative Wirkung haben diese Du-Botschaften, wenn sie mit einem Vorwurf oder einer Schuldzuweisung verbunden sind.

Bei der betroffenen Person steigen Ärger und Abwehr auf, die Atmosphäre wird angespannt und verkrampft, die Gesprächsbereitschaft schwindet. Die Kommunikation ist gestört oder ganz blockiert. In stressbelasteten Situationen setzt diese Reaktion dann besonders schnell und nachhaltig ein.

Solche Art von Du-Botschaften sind aber nicht nur einfach Kommunikationssperren.

   "Du hast aber gesagt, dass du pünktlich kommst."
   "Du bist immer so aggressiv."
   "Du willst immer alles entscheiden."

In solchen Sätzen wird noch deutlicher, dass die Sprecherin / der Sprecher einen Wunsch, ein Anliegen, ein Problem mit dem Verhalten der angesprochenen Person hat. Die Du-Botschaften wirken aber gerade wie Straßensperren und blockieren eine mögliche Verständigung.

Ich-Botschaften haben im Unterschied dazu eine gesprächsfördernde Wirkung. Solche Botschaften bieten die Möglichkeit, Wünsche, Empfindungen oder Erwartungen auszudrücken, ohne einen Vorwurf zu erheben oder jemanden anzugreifen.

   "Ich habe Angst, wenn du so schnell fährst."
       klingt anders als
   "Musst du immer so rasen?"

   "Ich wünsche mir, mehr Zeit mit dir verbringen zu können."
       hat eine ganz andere Wirkung als
   "Du bist aber wirklich nur noch unterwegs."

   "Ich empfinde ..."
   "Ich erlebe ..."
   "Ich wünsche mir von dir, dass du ..."
   "Ich kann für mich (nicht) akzeptieren, ..."
   "Ich empfinde mich von dir als unfreundlich behandelt."
       wird viel eher angenommen als
   "Du bist immer so muffelig."

Damit lässt sich sprachlich deutlich machen, dass jede Beobachtung mehr über die beobachtende Person als über die beobachtete Person aussagt. Es ist nicht möglich, unabhängig von sich selbst wahrzunehmen.

Ein Umlernen von Du-Botschaften zu Ich-Botschaften erfordert Achtsamkeit und einige Übung.

Ich-Botschaften sollten Aussagen enthalten über:
- ein Verhalten
- dessen Auswirkungen
- das dadurch hervorgerufene Gefühl
- Angebote zu einer gemeinsamen Lösung

Aus dem Buch "Ruhepunkte - Hilfe gegen Stress" von Gabriele Borgdorf-Albers

Schade, dass Kommunikation und vieles mehr nicht schon in der Schule gelehrt wird. :-(

 

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